Berner Oberland – Auf den Spuren der Haslizwerge
Nach drei Übernachtungen, mussten wir uns vom warmen Tessin und den Palmen verabschieden und „arrivederci“ sagen. Unsere nächste Destination lag in der Zentralschweiz und eignet sich ideal für einen Wanderurlaub mit Kindern.
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ToggleMittagspause am Sarnersee
Vom Süden ging es für uns 200 km Richtung Norden. Unser Ziel war der Hasliberg im Berner Oberland. Auf der Fahrt dorthin haben uns jedoch der Hunger und auch ein wenig die Neugier auf den schönen See gepackt und so entschieden wir mittags am Sarnersee zu halten. Am Badi-Beizli gab es Wraps, Bowls, Burger und Pommes. Jackpot!
Unheimlich schöner See und ein guter Imbiss. Nach dem Essen verbachten wir eine lange Zeit am Spielplatz nebendran. Mathilda spielte gerne in einem roten „Knusper-Häuschen“ (wie ich es nannte). Ich erinnere mich, dass ich als Kind auch sehr gerne in einem Häuschen wie diesem gespielt habe.
Nach einer Stunde Spielplatzspaß, ging es kamen wir nach halbstündiger Fahrt bei unserer schönen Unterkunft in Hasliberg an.
Pension am Hasliberg
Unsere Pension (B&B) lag idyllisch gelegen im Ortsteil Reuti, umsäunt von einer Blumenwiese und direkt vor diesem wunderbaren Bergpanorama:
Ein schwarz-weißes Kätzchen empfing uns mit einer für Katzen typischen Begrüßungsgeste, mit Zickzack-Lauf. Mathilda war natürlich augenblicklich aus dem Häuschen und machte bei der Katze voller Zuneigung „aiai“ (streicheln).
Ich fühlte mich sofort wie zuhause. Nicht nur, weil unsere Gastgeber sehr herzlich waren, auch die Räumlichkeiten waren einladend und gemütlich eingerichtet. Es gab eine kleine Spielecke für Mathilda. Die hölzerne Eisenbahn war eine Sensation. Wir lachten viel und hatte jede Menge Spaß auf dem Spielteppich.
Es gab noch eine kleine Stube, in der wir morgens ausgezeichnet frühstückten. Bei einer Tasse Tee las ich dort abends ein paar Seiten von meinem neuen Fitzek Buch und verfasste den ersten Beitrag unserer Abschiedstour. Marc war den ersten Abend joggen, da er im September an dem gefürchteten Jungfraumarathon teilnimmt und mitten in den Vorbereitungen steckt. Am zweiten Abend fand ich um 19:30 Uhr Marc und Mathilda kuschelnd und friedlich schlummernd im Bett vor. Da hat er wohl nicht nur Mathilda in den Schlaf begleitet. Er wachte nur kurz zum Zähneputzen auf, dann ging der Schlaf bis 7:30 Uhr am Morgen weiter. Der Arme hat viel Schlaf nachzuholen, denn ans Ausschlafen mit einem Kleinkind ist nicht zu denken. Naja, so hatte ich eben etwas Zeit für mich.
Wir verbachten zwei Nächte in der Pension. Am Anreisetag nahmen wir die Bergbahn nach Meiringen und machten dort einen kleinen Spaziergang. Im Migros, eine der beiden Supermarktketten schlechthin, kauften wir für das abendliche Picknick und den kommenden Wandertag ein. Am nächsten Morgen starteten wir in unser Wanderabenteuer:
Unsere Wanderung
Wir starteten unsere Wanderung von der Pension aus. An der Bergbahn Hasliberg ging es im Zick zack bergauf. Der weitere Weg verlief über Alpenweiden und durch Tannenwälder an Blaubeer- und Himbeersträuchern vorbei. In unserem Rücken die gigantische Bergwelt. Wir brauchten ungefähr eine Stunde bis wir den schönen Zwergenspielplatz Bidmi erreichten. Ein absolutes Highlight für Groß und Klein. Während Mathilda sich noch recht vorsichtig und langsam den Wippen und Balance -Hindernissen näherte und zarghaft alles ausprobierte, tobten Marc und ich wie die Wilden durch den Spielplatz herum. Seit dem ich ein eigenes Kind habe, darf sich das Kind in mir ebenfalls des Öfteres austoben und albern sein. Das fühlt sich gut an!
Wir folgten den Muggestutz-Wegen, denn diese hielten immer eine kleine Überraschung bereit. In den Muggestutz-Büchern von Susanne Schmid-Germann erlebt der Zwerg Muggestutz mit anderen Zwergen unterschiedliche Abenteuer um den Hasliberg herum. Die Wege sind thematisch an die einzelnen Bücher angelehnt und stellen die Abenteuer der Zwerge dar. Ich muss zugeben, auch wenn die Bücher in unserer Pension zur Ansicht zur Verfügung standen, hatte ich aufgrund von Müdigkeit kein Interesse sie zu lesen. Für Mathilda war es noch zu viel Text, deshalb konnte ich es auch nicht mit ihr gemeinsam anschauen. Doch auch, wenn wir die Geschichten des Muggestutz nicht kannten, haben uns die Wege gefallen! Für Kinder war immer etwas zwergenhaftes aus dem Buch dabei. So kamen wir z.B. an funkelnden Steinen oder an einem voll eingerichteten Zwergen-Häuschen vorbei.
In der Kraxe fühlte sich Mathilda sehr wohl. Manchmal wollte sie nicht einsteigen, doch laufen wollte sie die meiste Zeit auch nicht. „Appa Mama“ wollte sie. Der Ausdruck „Appa“ verwendet sie, wenn sie hochgenommen werden möchte. Als sie noch nicht laufen konnte, habe ich beim Hochnehmen ganz enthusiastisch „apppaaa“ gerufen. Seitdem ist es Mathildas Codewort für „Ich möchte getragen werden“. Und da ich sie nicht den ganzen Tag herumtragen kann oder will, weil sonst meine Arme abfallen würden, musste sie in die Kraxe. Zwei Minuten später war der anfängliche Ärger verflogen und sogar Freude stellte sich ein. Vor allem, wenn ein paar Knabbereien und Blaubeeren von Mama gereicht wurden 😀 Doch es gab auch ein paar Momente, in denen wir händchenhaltend ein paar Schritte gewandert sind. Erst kürzlich, Mitte März, fing Mathilda an zu laufen. Und jetzt wandert sie in den Schweizer Alpen herum. Es ist unglaublich, sie bei ihrer Entwicklung zu begleiten und ihr täglich beim Wachsen und Lernen zuzusehen.
Die Wege waren alle gut begehbar, sogar ohne Wanderschuhe. Sehr peinlich, aber wir haben unsere Wanderschuhe zuhause vergessen 😀 Tja, war ja nur das Wichtigste für einen Urlaub in den Bergen. Deshalb wanderten wir in Sportschuhen und wurden von den Schweizern heimlich belächelt; da wette ich drauf 😀 Trotzdem war alles sehr gut machbar und wer sich etwas mit dem Untergrund in den Bergen auskennt, der kommt sicher hoch und wieder runter. Doch auf alle Fälle empfehle ich jedem auf solchen Wegen Wanderschuhe anzuziehen. Die bieten einfach mehr Stabilität und Halt auf unebenen Wegen und schützen auch vor Verletzungen. Das wird uns nicht noch einmal passieren!
Vom Spielplatz Bidmi wanderten wir weiter zur Käserstatt und danach zur Mägisalp. Von da aus wieder herunter. Die letzten 400 Meter verließen mich die Kräfte und die Bereitschaft nach unten zu laufen. Also nahmen wir die Bergbahn. Ganz schön teuer so eine kurze Fahrt. Hätte ich das vorher gewusst, dann wäre ich gelaufen 😀 36 CHF zahlten wir insgesamt für gefühlt 5 Minuten Fahrt nach unten.
Meiringen & die Aareschlucht
Unterhalb vom Hasliberg liegt das charmante Dorf Meiringen. Dort fuhren wir mit der Bergbahn hin. Und Dank der Gästekarte, kostenlos. In Meiringen fanden wir eine schweizerische Kulisse vor: Ein plätschernder Brunnen, Häuser aus Holz mit naturbelassenen und trotzdem gepflegten Vorgärten, eine wehende Schweizerflagge und durch die felsigen Wände und die kleinen Wasserfälle eine Atmosphäre von Ruhe und Schönheit. Die Schweiz ist für mich eine einzige Postkarte. In vielen Urlaubsländern zeichnen Postkarten oft nicht die Realität ab. In der Schweiz ist es schon fast andersherum. Die Realität ist noch viel schöner als eine Abbildung auf der Postkarte. Die Schönheit der Natur ist eben in der Realität immer intensiver und deutlich schöner.
In Meiringen gibt es einige Sehenswürdigkeiten, wie das Sherlock Holmes Museum oder den Reichenbachfall. Doch die größte und meist besuchte Sehenswürdigkeit ist die Aareschlucht. An unserem Abreisetag wollten wir uns dieses Naturwunder nicht entgehen lassen. Der Eintritt ist war mit der Gästekarte für schweizerische Verhältnisse in Ordnung, 19 CHF für uns drei bzw. zwei Erwachsene.
Vor Jahrtausenden wurde die Aareschlucht durch den Aaregletscher geformt (lies hier mehr darüber) . Sie ist 1,4 km lang und wir haben ca. 40 min gebraucht, um sie zu besichtigen. Mystische Tunnelgänge und hölzerne Stege führten uns durch die Schlucht hindurch. Mathilda gefiel die Beleuchtung in den Gängen. Mich haben am meisten das blaue Wasser und die riesen Felswände imponiert. Marc versuchte an vielen Stellen der Schlucht die gegenüberliegende Seite der Wand zu ertasten und staunte über die Kraft des Wassers, die den Fels über Jahrtausende geformt hat.
Ein schöner und erfrischender Ausflug. Als „Opfergabe“ für unseren Besuch, warf Mathilda ihren Schnuller in die Aare. Nicht mit Absicht, sondern vor Müdigkeit. Wenn sie müde wird, dann zeigt sie es uns meist mit einem Wurf-Protest. Echt blöd, aber da konnten wir nichts mehr machen 🙁
Nach unserem Besuch in Meiringen ging es zuerst mit der Bahn (3 min), dann mit der Bergbahn (5 min) zurück zum Auto. Unsere letzte Destination der Schweizer Abschiedstour führte uns weiter nach Norden, zum TCS Campingplatz Buochs an den schönen Vierwaldstättersee (Beitrag folgt und wird bestimmt nicht so lang sein wie dieser; danke also fürs Lesen!)
Die italienische Schweiz - Magda in Basel
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Glamping am Vierwaldstättersee - Magda in Basel
[…] Unser erster Halt war die italienischsprachige Schweiz, das Tessin, die zweite Station lag im Berner Oberland und die letzte Destination befand sich auf einem Campingplatz an dem schönen […]