Glamping am Vierwaldstättersee
Umringt von Umzugskartons und einer für mich beunruhigenden Unordnung, schreibe ich hier den letzten Beitrag aus unserer Wohnung in Basel. Ich denke es werden noch ein bis zwei Beiträge folgen, die von Basel oder der Schweiz erzählen, bevor ich den Blog neu ausrichten werde…, doch es ist gerade ein Gefühl von Abschied und Trauer, das mich überkommt. Drei Jahre Basel neigen sich nun dem Ende zu. Das Wertvollste, das wir mitnehmen, kann nun sogar laufen. Natürlich ist es Mathilda. Basel ist ihre Geburtsstadt. Vielleicht fällt mir der Abschied deshalb so schwer.
Bevor es hier jedoch zu gefühlsvoll wird, möchte ich direkt zum Eigentlichen kommen: Im August verabschiedeten wir uns von der Schweiz mit einer einwöchigen Reise. Unser erster Halt war die italienischsprachige Schweiz, das Tessin, die zweite Station lag im Berner Oberland und die letzte Destination befand sich auf einem Campingplatz an dem schönen Vierwaldstättersee:
Inhalt
ToggleAuf dem Campingplatz
Vor kurzem kauften wir uns ein großes Zelt und probierten es bereits am Klöntalersee aus. Es ist perfekt! Doch bei der Planung dieser Reise, hatten wir das Zelt noch nicht und buchten uns eine kleine Hütte auf dem Campingplatz Buochs. Ich bin ganz froh drum. Denn so ging das Auspacken und Ankommen sehr schnell. Alle Klamotten im Schrank verstaut, Kühlschrank befüllt und alles andere stand bereit. Campen kann ja so schön sein… 😀
Der Campingplatz ist ein paar Meter vom Vierwaldstättersee entfernt. Von unserer Glampingunterkunft mussten wir ca. 3 bis 5 Minuten gehen, bis wir unsere Zehen ins kühle Wasser tunken konnten. Die ganze Camping-Anlage war gepflegt und modern gestaltet, es gab einen Spielplatz und einen großen Aufenthaltsraum. Jeden Morgen wurde vor der Rezeption eine kleine Bäckerei aufgebaut und es gab eine große Auswahl an Backwaren. Mathilda wünschte sich Gipfeli (Croissant).
Zuerst staunten wir über die schöne Aussicht von der Hütte aus. Als wir am Seeufer ankamen setzte die malerische Kombination aus Wasser und Berg noch einen drauf. Direkt am glitzernden Ufer beginnen die Berge sanft anzusteigen. Mal sind sie flach, mal sind sie spitz, manche Teile bewohnt, manche ganz voller Grün. Einfach nur schön!
Wir verbrachten drei Nächte auf dem Campingplatz, hatten also zwei volle Tage zum Erkunden, Erholen und Bewundern. Am ersten Tag entschieden wir uns für ein ruhiges Programm und gingen direkt nach dem Auspacken an den See. Vor dem See eine wunderschöne und sehr gepflegte Anlage, mit einer Wiese, Baby- und Kleinkindbecken inkl. Rutsche und Fontänen. Im See befand sich ein Badefloss und ein Springturm. Wer das eine und wer das andere von uns nutzte, versteht sich von selbst, oder? Wir genossen den Blick auf den endlos weiten Vierwaldstättersee, die willkommene Abkühlung und den Wasserwahnsinn mit Mathilda. Am zweiten Tag konnte mich Marc mit ein paar guten Argumenten zu einer Wanderung überreden. Ich hatte bei dem heißen Wetter Bedenken stundenlang zu laufen, doch am Ende kann ich sagen, dass sich jeder Schritt gelohnt hat:
Panoramawanderung-Start
Zuerst führte uns ein asphaltierter Weg vom Campingplatz über Wohnsiedlungen stetig nach oben. Als die Sonne am höchsten stand, liefen wir glücklicherweise in den Wald ein und hatten seitdem eine sehr angenehme Temperatur.
- Steinpilze
Der Wald war voller Steinpilze. Wir mussten nicht einmal großartig auf die Suche gehen, die Pilze standen ganz friedlich und unauffällig am Wegesrand, bereit gepflückt zu werden. Wir nahmen das Geschenk der Natur dankend an und waren bei jedem Fund ganz aufgeregt. Zuvor brachte Marc vom Joggen einige Steinpilze mit und ich kochte eine feine Steinpilz-Pasta aus ihnen. Es gab so viele Pilze, dass wir einige zurücklassen mussten, auch wenn Marc plötzlich zu einer Pilzsuchmaschine mutierte. Mehrere Tage hintereinander sich von Steinpilzen zu ernähren kann die Verdauung ordentlich fordern, denn wie schon viele wissen: Pilze sind schwer verdaulich. Sie sind voller Ballaststoffe, Eiweiß und Vitaminen, aber sie reichern auch Schadstoffe aus der Umwelt an. Was ich damit sagen will, Steinpilze sollten eine Delikatesse und was ganz Besonders bleiben und nicht wie Brot oder Apfel verzehrt werden. Deshalb nahmen wir nur so viel mit, wir essen konnten. Aus den Steinpilzen wurde später Suppe und eine weitere Pasta gekocht. Yammmmi!
- Nacktbaden
Marc kannte die Stelle schon, denn er ist an ihr vorbeigejoggt. Eine Lichtung im Wald und ein schmaler Weg, der zu der steinernen Treppe führte. Diese wiederrum lud zu einem Bad im Vierwaldstättersee ein. An diesem heißen Sommertag war dieser Ort wie eine Fatamorgana, es war zu schön um wahr zu sein! Da wir keine Badesachen dabeihatten, zogen wir blank. Kennst du das Gefühl von Freiheit? So fühlte es sich in dem Moment an, wie frei sein 😀
Es war jedenfalls einer der schönsten Pausen, die ich beim Wandern bisher eingelegt habe.
- Über dem See
Nach unserer Abkühlung und einer Snackpause ging es immer weiter nach oben. Anstrengend wars! Aber irgendwann kamen wir schließlich am höchsten Punkt der Tour an. Es war eine Aussichtsterrasse. Spätetens dort oben wurde klar, dass der See riesen groß ist und viele Abzweigungen hat. Mathilda war, ähnlich wie Marc, dem Pilzwahnsinn verfallen. Sie sah überall welche und schrie laut „PILZ“. Mit ihrem kleinen Stock stocherte sie ansonsten in der Erde herum und erkundete den Wald. Meine kleine Entdeckerin 🙂
Der Weg zurück war aufgrund der Hitze beschwerlich, doch als wir an einer Kirche vorbeikamen, gab es dort Eis und kühle Getränke. Wir entschieden uns für das Eis 🙂 Bezahlen konnten wir dort mit Twint (Paypal Prinzip, mit dem Unterschied, dass man hier in der Schweiz fast überall damit zahlen kann). Nach einer kleinen Pause im Schatten liefen wir die Wiese hinunter. So witzig mit Mathilda an der Hand IM Tempo zu laufen. Halb lief sie mit ihren kleinen Füßchen mit und gab wirklich alles, aber manchmal flog sie auch über wie Wiese wie ein kleiner Grashüpfer. Danach ging es über einen asphaltierten Weg zum Campingplatz. Es folgte ein Bad im See 🙂
Gerne wären wir noch ein paar Tage länger geblieben, doch wir freuten uns auch darauf noch etwas Zeit in Basel zu verbringen. Und wir haben rückblickend gesehen alles aus dem Sommer in Basel und der Schweiz rausgeholt, was für uns als Familie möglich war.
In wenigen Tagen beginnt ein neues Kapitel und ich würde mich freuen, wenn DU mich auch in dieser Zeit begleiten möchtest. Bis ganz bald!
Deine Magda
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